Rudolf Girtler: Unterschied zwischen den Versionen

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Rufol Girtler wurde am 13.April 1877 in Mauer bei Wien geboren.  
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Rudolf Girtler wurde am 13.April 1877 in Mauer bei Wien geboren.  
  
Er studierte an der Technischen Hochschule Wien Bauingenieurwesen. Nach praktischer Tätigkeit war er von 1903 bis 1910 Assistent an der Lehrkanzel für Physi9k an der TH Wien. Das Thema seiner Dissertation, 1905, war für seine Ausrichtung schon kennzeichnend: "Über die Beziehungen der Potetialtheorie zur cubischen Dilatation und der Beanspruchung in einem Punkt eines elastischen Körpers". Bald darauf habilitierte er sich mit der Arbeit "Über die Theorie des Druckversuches". 1910 legte er die Große Lehramtprüfung für Enzyklopädie der Mechanik an der TH Wien von 1911 bis 1920 erfolgte im Jahre 1920 seine Berufung an die Deutsche Technische Hochschule [[Brünn]] als Professor an der Lehrkanzel für Elastizitäts- und Festigkeitslehre sowie Baustofflehre, welcher ein Festigkeitslaboratorium angeschlossen war. In den Jahren 1940 bis 1945 war er Professor für allgemeine Mechanik und graphischen Statik an der TH Wien.
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Er studierte an der Technischen Hochschule Wien Bauingenieurwesen. Nach praktischer Tätigkeit war er von 1903 bis 1910 Assistent an der Lehrkanzel für Physik an der TH Wien. Das Thema seiner Dissertation, 1905, war für seine Ausrichtung schon kennzeichnend: "Über die Beziehungen der Potentialtheorie zur cubischen Dilatation und der Beanspruchung in einem Punkt eines elastischen Körpers". Bald darauf habilitierte er sich mit der Arbeit "Über die Theorie des Druckversuches". Im Jahre 1910 legte er die Große Lehramtprüfung für "Enzyklopädie der Mechanik" ab und lehrte an der TH Wien von 1911 bis 1920. 1920 erfolgte seine Berufung an die Deutsche Technische Hochschule [[Brünn]] als Professor an der Lehrkanzel für "Elastizitäts- und Festigkeitslehre" sowie "Baustofflehre", welcher ein Festigkeitslaboratorium angeschlossen war. In den Jahren 1940 bis 1945 war er Professor für "Allgemeine Mechanik und graphischen Statik" an der TH Wien.
  
Seine bedeutendsten Veröffentlichungen aus der Brünner Zeit waren: "Über das Maß der Anstrengung beliebiger Spannungszustände in elastischen isotropen Körpern", "Zur Berechnung von Dreiecksplatten" sowie das Lehrbuch "Einführung in die Mechanik fester elastischer Körper und das zugehörige Versuchswesen".
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Seine bedeutendsten Veröffentlichungen aus der Brünner Zeit waren:
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* "Über das Maß der Anstrengung beliebiger Spannungszustände in elastischen isotropen Körpern"
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* "Zur Berechnung von Dreiecksplatten"  
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* "Einführung in die Mechanik fester elastischer Körper und das zugehörige Versuchswesen".
  
Die Sprache Prof. Girtler was überaus gepflegt. Er hatte die Gabe und Fähigkeit, in Hochsprache aus dem Stegreif druckreif formulieren zu können. Seine Vorlesungen hielt er frei. Er war immer von einer altösterreichischen-aristokratischen Haltung.
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Die Sprache Prof. Girtler was überaus gepflegt. Er hatte die Gabe und Fähigkeit, in Hochsprache aus dem Stegreif druckreif formulieren zu können. Seine Vorlesungen hielt er frei.  
Eines seiner wichtigsten hochschulpolitischen Anliegen war sein Eintreten für die Wahrung der alten Rechtspositionen der Deutschen Technischen Universität [[Brünn]] gegen die ständigen Attacken tschechoslowakischer Regierungsstellen. Er bekannte sich immer wieder zum deutschen Volkstum.  
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Girtler war immer von einer altösterreichischen-aristokratischen Haltung. Eines seiner wichtigsten hochschulpolitischen Anliegen war sein Eintreten für die Wahrung der alten Rechtspositionen der Deutschen Technischen Universität [[Brünn]] gegen die ständigen Attacken tschechoslowakischer Regierungsstellen. Er bekannte sich immer wieder zum deutschen Volkstum.  
  
 
Professor Girtler war eine einmalige, herausragende Persönlichkeit. Nach schweren Schicksalsschlägen im Verlauf des Krieges starb er am 7.Dezember 1952 in Windisch-Garsten in Oberösterreich.
 
Professor Girtler war eine einmalige, herausragende Persönlichkeit. Nach schweren Schicksalsschlägen im Verlauf des Krieges starb er am 7.Dezember 1952 in Windisch-Garsten in Oberösterreich.
  
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Aktuelle Version vom 23. Februar 2009, 08:28 Uhr

Rudolf Girtler wurde am 13.April 1877 in Mauer bei Wien geboren.

Er studierte an der Technischen Hochschule Wien Bauingenieurwesen. Nach praktischer Tätigkeit war er von 1903 bis 1910 Assistent an der Lehrkanzel für Physik an der TH Wien. Das Thema seiner Dissertation, 1905, war für seine Ausrichtung schon kennzeichnend: "Über die Beziehungen der Potentialtheorie zur cubischen Dilatation und der Beanspruchung in einem Punkt eines elastischen Körpers". Bald darauf habilitierte er sich mit der Arbeit "Über die Theorie des Druckversuches". Im Jahre 1910 legte er die Große Lehramtprüfung für "Enzyklopädie der Mechanik" ab und lehrte an der TH Wien von 1911 bis 1920. 1920 erfolgte seine Berufung an die Deutsche Technische Hochschule Brünn als Professor an der Lehrkanzel für "Elastizitäts- und Festigkeitslehre" sowie "Baustofflehre", welcher ein Festigkeitslaboratorium angeschlossen war. In den Jahren 1940 bis 1945 war er Professor für "Allgemeine Mechanik und graphischen Statik" an der TH Wien.

Seine bedeutendsten Veröffentlichungen aus der Brünner Zeit waren:

  • "Über das Maß der Anstrengung beliebiger Spannungszustände in elastischen isotropen Körpern"
  • "Zur Berechnung von Dreiecksplatten"
  • "Einführung in die Mechanik fester elastischer Körper und das zugehörige Versuchswesen".

Die Sprache Prof. Girtler was überaus gepflegt. Er hatte die Gabe und Fähigkeit, in Hochsprache aus dem Stegreif druckreif formulieren zu können. Seine Vorlesungen hielt er frei.

Girtler war immer von einer altösterreichischen-aristokratischen Haltung. Eines seiner wichtigsten hochschulpolitischen Anliegen war sein Eintreten für die Wahrung der alten Rechtspositionen der Deutschen Technischen Universität Brünn gegen die ständigen Attacken tschechoslowakischer Regierungsstellen. Er bekannte sich immer wieder zum deutschen Volkstum.

Professor Girtler war eine einmalige, herausragende Persönlichkeit. Nach schweren Schicksalsschlägen im Verlauf des Krieges starb er am 7.Dezember 1952 in Windisch-Garsten in Oberösterreich.


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