Piesling a.d. Thaya: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SüdmährenWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zeile 36: Zeile 36:
 
In der von Land- und Forstwirtschaft geprägten Gemeinde hatte auch die Jagd eine gewisse Bedeutung. So gab es im Ort neben der Freiwilligen Feuerwehr und einer Raiffeisenkasse auch eine Jagdgenossenschaft. Weiters gab es noch ein Postamt und zwei Mühlen im Ort sowie eine Guts-Brennerei die ab 1928 genossenschaftlich geführt wurde.
 
In der von Land- und Forstwirtschaft geprägten Gemeinde hatte auch die Jagd eine gewisse Bedeutung. So gab es im Ort neben der Freiwilligen Feuerwehr und einer Raiffeisenkasse auch eine Jagdgenossenschaft. Weiters gab es noch ein Postamt und zwei Mühlen im Ort sowie eine Guts-Brennerei die ab 1928 genossenschaftlich geführt wurde.
  
Schulen: Seit 1902 besaß Priesling eine eigene zweiklassige Volksschule. Eingeschult waren die Orte: Piesling, [[Mudlau a.d. Thaya|Mudlau (Modletice)]] und [[Neu-Hart a.d. Thaya]]. Ab 1919 wurden die Kinder der Orte [[Neustift|Neustift (Nové Sady)]] und [[Margarethen]] in einer weiteren Klasse untergebracht.
+
Schulen: Seit 1902 besaß Priesling eine eigene zweiklassige Volksschule. Eingeschult waren die Orte: Piesling, [[Mudlau a.d. Thaya|Mudlau (Modletice)]] und [[Neu-Hart a.d. Thaya|Neuhart (Nové Hobzí)]]. Ab 1919 wurden die Kinder der Orte [[Neustift|Neustift (Nové Sady)]] und [[Margarethen]] in einer weiteren Klasse untergebracht.
  
  

Version vom 31. März 2011, 18:41 Uhr

Schloß von Piesling

Tschechischer Name: Písečné u Slavonic (Písečné nad Dyji)

Fläche: 1.179 ha

Einwohner 1910: 771 in 139 Häusern (753 dt. Ew.), 1930: 647 in 141 Häusern (362 dt. Ew.), 2010: 568.

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1645 bei Neustift (Nové Sady).


Lage:

Piesling liegt ca. 10 km ostsüdöstlich von Zlabings (Slavonice) an beiden Ufern der mährischen Thaya und der alten Poststraße Zlabings (Slavonice)-Fratting, in 437 m Seehöhe.


Geschichte:

Die Gründung des Ortes erfolgte vermutlich im 12. bis 13. Jahrhundert, die erste urkundliche Erwähnung 1366. Die ersten Besitzer des Gutes von Piesling waren die Herren von Neuhaus (Rosenberg). Im Lauf der Jahre wechselten einige Male die Besitzer (Ulrich von Želetava, Záviš von Písečné, Peter von Krokwitz, Hannibal von Schaumburg u.a.). 1769 gelangte das Gut mit Neustift an die Grafen Collaltino di Collalte, die bis zur Aufhebung der Patrimonialherrschaft 1848 die Herrschaft inne hatten. Danach gehörte ihnen noch das Gut mit dem Eigenbesitz.

1887 erhielt die Gemeinde Piesling das Marktrecht und damit das Recht zur Abhaltung von vier Jahrmärkten. Fürst Manfredo von Collalto war der letzte Eigentümer des Gutes, welches im August 1927 infolge der Bodenreform in drei Restgüter, an einige Kleingrundbesitzer (deutscher und tschechischer Nationalität) und der Gemeinde aufgeteilt, bzw. zwangsweise verkauft wurde. Die seit 1894 bestehende landwirtschaftliche Brennerei des Gutes übernahm die am 20. August 1927 gegründete landwirtschaftliche Brennerei-Genossenschaft für Piesling und Umgebung nebst dem halben Schüttkasten (Lagerhaus).

1913 wurde Piesling von der ansässigen Weißmühle mit Lichtstrom und ab Juli 1937 von der "Westmährischen Elektrizitäts AG" mit Licht- und Kraftstrom versorgt.

Die jüdische Gemeinde: Um das Jahr 1727 erfolgte die Gründung der jüdischen Gemeinde, die bis zum 1. Mai 1920 bestand. Danach wurde sie mit der christlichen Gemeinde zusammengelegt. Die Gemeinde war im Besitz einer Synagoge, eines Friedhofes und einer einklassigen Schule. Die Synagoge wurde in 1590 gebaut und 1948 von den Tschechen abgerissen. Der Friedhof existiert noch. Die Schule ist als Wohnhaus im Privatbesitz. Während des Nationalsozialismus fielen viele Mitglieder, denen die Flucht zuvor nicht gelungen war dem Holocaust zum Opfer.

Vertreibung 1945: Am 7. Juni 1945 kamen tschechische "Partisanen" in den Ort. Die Kindergärtnerin des Ortes und deren Kind wurden von ihnen ermordet. Zwei Einwohner des Ortes begingen Selbstmord. Alle Deutschen hatten 15 Minuten Zeit, ihr Haus zu verlassen. Danach wurden sie ausgeplündert und in Richtung Österreich getrieben.


Wirtschaft und Infrastruktur:

In der von Land- und Forstwirtschaft geprägten Gemeinde hatte auch die Jagd eine gewisse Bedeutung. So gab es im Ort neben der Freiwilligen Feuerwehr und einer Raiffeisenkasse auch eine Jagdgenossenschaft. Weiters gab es noch ein Postamt und zwei Mühlen im Ort sowie eine Guts-Brennerei die ab 1928 genossenschaftlich geführt wurde.

Schulen: Seit 1902 besaß Priesling eine eigene zweiklassige Volksschule. Eingeschult waren die Orte: Piesling, Mudlau (Modletice) und Neuhart (Nové Hobzí). Ab 1919 wurden die Kinder der Orte Neustift (Nové Sady) und Margarethen in einer weiteren Klasse untergebracht.


Kulturerbe:

Schloss: Vierflügeliger Bau um rechteckigen Hof (um 1626). Drei Flügel dreigeschossig, der vierte springt nach außen vor, zeigt innen Laubengänge und Treppen in Vorbauten, zweigeschossig. An zwei Ecken vorspringende Türme, einer viereckig mit Zeltdach, der andere rund mit Kegeldach. An den anderen zwei Ecken Erkervorbauten. In der Einfahrtshalle Stuckrippen; Renaissance-Rauchfänge. Schlosskapelle St. Franciscus 1673, später St. Anton. Schüttkasten drei Geschosse; zweigeschossiger Volutengiebel Anfang 17. Jh.

Kirche St. Antonius von Padua, eingepfarrt nach Neustift (Nové Sady)

Jüdischer Friedhof

Kapelle St. Katharina

Ruine der Burg Krokvice


Persönlichkeit:


zurück zum Ortsnamenverzeichnis deutsch, zurück zum Ortsnamenverzeichnis tschechisch