Markel

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Dorfansicht von Markl

Tschechischer Name: Pomezí

Fläche: 1.105 ha

Einwohner 1910: 229 in 31 Häusern (216 dt. Ew.), 1930: 165 in 32 Häusern (129 dt. Ew.), 2001: 2.

heutige Gemeindezugehörigkeit: Staré Město pod Landštejnem (Altstadt)

heutiger Verwaltungsbezirk: Jindřichův Hradec (Neuhaus)

Matriken: seit 1668 bei Altstadt.


Lage:

Das Straßendorf mit Burgweiler Landstein liegt 12 km ostsüdöstlich von Neubistritz (Nová Bystřice), und war einst Markt ("Markt Landstein"). In Urkunden wurde der Ort später oft nur mehr als "Markl" bezeichnet, deshalb auch der Name.

Die Ansiedlung wurde im 13. Jh. unterhalb der Burg Landstein gegründet und gehörte zur gleichnamigen Herrschaft. Im Jahre 1232 wurde Markel urkundlich erwähnt. 1588 wurde "Markl" abermals urkundlich als zur Herrschaft Landstein gehörig erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort geplündert und die Burg belagert. 1771 zerstörte ein durch einen Blitzschlag ausgelöster Brand die Burg. Im 19. Jh erfolgte eine Eingemeindung der Ortschaft nach Wittingau (Vitíněves) in dessen Gemeindeverband sie bis 1924 verblieb.

Im 20. Jh. ließen in den beiden Weltkriegen fünf (Erster Weltkrieg) bzw. sieben (Zweiter Weltkrieg) Bewohner von Markl ihr Leben bzw. blieben vermisst.

Vertreibung 1945: Am 28. Mai 1945 wurden die deutschen Einwohner von den tschechischen Revolutions-Gardisten vertrieben. Ein Mann wurde auf seiner nächtlichen Flucht über die Grenze von einem tschechischen Heger, der ihn für den Förster hielt, erschossen. Einige Männer wurden nach Altstadt (Staré Město) überführt und misshandelt. Später wurden sie der tschechischen Bevölkerung, fast nackt und mit den Spuren der Misshandlungen, zur Schau gestellt. Das Gericht in Neuhaus (Jindřichův Hradec) verurteilte sie zu 14 Tagen Gefängnis.

1961 erfolgte die Eingemeindung Markls nach Altstadt (Staré Město).


Wirtschaft und Infrastruktur:

Zwar lebten die Einwohner auch von Landwirtschaft, jedoch spielte aufgrund des Waldreichtums dieser Gegend auch die Forstwirtschaft eine bedeutende Rolle.

In Markl befanden sich ein Sägewerk und eine Mühle. Das zuständige Postamt war in Altstadt (Staré Město).

Beim Stampfteich gab es ein Jugendlager sowie einen Park- und Zeltplatz.


Kulturerbe:

Kirche Johannes des Täufers: Romanische Kirche mit Langhaus von 35 m Länge und 10 m Breite, die aber heute zum großen Teil zerstört, zum Teil für wirtschaftliche Zwecke verwendet wird. Das Presbyterium, das heute als Kapelle dient, hat halbrunde Apside und auf der Epistelseite ein romanisches Fenster mit starker Laibung. Der barocke Altar 1854 gebaut mit Altarbild von Friedrich Dürnbeck (1855). Glocke im Sanctustürmchen 1864 von Josef Hilzer in Iglau gegossen.

Burgruine Landstein: zur Beschreibung und Geschichte der Ruine siehe Landstein (Landštejn).

naturgeschützte Eiche, "Graslhöhle"


Weblinks:

Historische und aktuelle Aufnahmen der Siedlung und der Kapelle auf www.zanikleobce.cz/verschwundene Orte


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