Hans Reutter: Unterschied zwischen den Versionen

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Seine Familie zog bald nach seiner Geburt nach [[Neubistritz]]. Seine Jugend verbrachte Reutter großteils bei seiner Großmutter in [[Zlabings]], wo er bereits sehr früh durch die historischen Bauten ein Interesse für Geschichte entwickelte.  
 
Seine Familie zog bald nach seiner Geburt nach [[Neubistritz]]. Seine Jugend verbrachte Reutter großteils bei seiner Großmutter in [[Zlabings]], wo er bereits sehr früh durch die historischen Bauten ein Interesse für Geschichte entwickelte.  
  
Nach der Grundschule kam er an das Gymnasium [[Brünn]] und nur noch in den Ferien konnte er sein geliebtes [[Zlabings]] wiedersehen. Im Jahre 1903 maturierte er und begann im gleichen Jahr an der Universität Wien am sprachlich-historischen Studium zu lernen. Im Jahre 1907 schloß er dieses mit dem Doktorat ab und kam im Jahre 1908 als Professor an die Staatsgewerbeschule nach [[Brünn]]. Dort lernte er den Heimatforscher [[Bertold Bretholz]] kennen, was ihm darin bestärkte sich mehr mit der Geschichte Südmährens zu befassen. Bald begann er geschichtliche Aufsätze und sogar Bücher zu verfassen. So erhielt er für sein Werk "Geschichte der Stadt Zlabings]] deren Ehrenbürgerschaft. Seine Aufsätze wurden in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt, was seinen Bekanntheitsgrad immer höher trieb. Aufgrund seines Schreibstils hatte Reutter die Gabe wissenschaftlich-historische Themen präzise und doch volkstümlich verständlich zu machen.  
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Nach der Grundschule kam er an das Gymnasium [[Brünn]] und nur noch in den Ferien konnte er sein geliebtes [[Zlabings]] wiedersehen. Im Jahre 1903 maturierte er und begann im gleichen Jahr an der Universität Wien am sprachlich-historischen Studium zu lernen. Im Jahre 1907 schloß er dieses mit dem Doktorat ab und kam im Jahre 1908 als Professor an die Staatsgewerbeschule nach [[Brünn]]. Dort lernte er den Heimatforscher [[Bertold Bretholz]] kennen, was ihm darin bestärkte sich mehr mit der Geschichte Südmährens zu befassen. Bald begann er geschichtliche Aufsätze und sogar Bücher zu verfassen. So erhielt er für sein Werk "Geschichte der Stadt Zlabings" deren Ehrenbürgerschaft. Seine Aufsätze wurden in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt, was seinen Bekanntheitsgrad immer höher trieb. Aufgrund seines Schreibstils hatte Reutter die Gabe wissenschaftlich-historische Themen präzise und doch volkstümlich verständlich zu machen.  
  
 
Aber nicht nur wissenschaftlich war Reutter tätig. Er war auch Geschäftsführer des "Mährischen Gewerbevereins" und Schriftleiter des von diesem Verein herausgegebenen Fachblattes. Nebenbei betreute er eine Bücherei mit 30.000 Bänden.  
 
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Version vom 10. April 2009, 12:29 Uhr

Prof. Dr. Hans Reutter wurde am 30.November 1884 in Altstadt bei Neubistritz geboren.

Seine Familie zog bald nach seiner Geburt nach Neubistritz. Seine Jugend verbrachte Reutter großteils bei seiner Großmutter in Zlabings, wo er bereits sehr früh durch die historischen Bauten ein Interesse für Geschichte entwickelte.

Nach der Grundschule kam er an das Gymnasium Brünn und nur noch in den Ferien konnte er sein geliebtes Zlabings wiedersehen. Im Jahre 1903 maturierte er und begann im gleichen Jahr an der Universität Wien am sprachlich-historischen Studium zu lernen. Im Jahre 1907 schloß er dieses mit dem Doktorat ab und kam im Jahre 1908 als Professor an die Staatsgewerbeschule nach Brünn. Dort lernte er den Heimatforscher Bertold Bretholz kennen, was ihm darin bestärkte sich mehr mit der Geschichte Südmährens zu befassen. Bald begann er geschichtliche Aufsätze und sogar Bücher zu verfassen. So erhielt er für sein Werk "Geschichte der Stadt Zlabings" deren Ehrenbürgerschaft. Seine Aufsätze wurden in verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen abgedruckt, was seinen Bekanntheitsgrad immer höher trieb. Aufgrund seines Schreibstils hatte Reutter die Gabe wissenschaftlich-historische Themen präzise und doch volkstümlich verständlich zu machen.

Aber nicht nur wissenschaftlich war Reutter tätig. Er war auch Geschäftsführer des "Mährischen Gewerbevereins" und Schriftleiter des von diesem Verein herausgegebenen Fachblattes. Nebenbei betreute er eine Bücherei mit 30.000 Bänden.

Am 27.Mai 1909 heiratete Reutter die Zlabingser Bürgertochter Maria Großmann. Doch während der schweren Jahre des 2.Weltkrieges ging seine gesamte Welt zu Bruch. Erst fiel 1942 sein Sohn an der Ostfront, dann verlor er sein Habe und seine Heimat und als weiteren Schlag starb Reutter's Mutter in Zlabings. Sie wurde mutwillig von den Tschechen den Hungertod ausgesetzt. Nach der Vertreibung ging er nach Donauwörth wo er als Lehrer eine Anstellung fand. Auch dort befasste er sich weiter mit der Geschichte bis ihn, bereits geschwächt durch eine Lungenentzündung, der Tod ereilte.

Hans Reutter verstarb am 22.Juli 1950 in Donauwörth.


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