Christian D'Elvert

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Christian D'Elvert wurde am 11. April 1803 als Sohn eines Sprachlehrers in Brünn geboren.

Seine Eltern waren auf der Flucht vor der Französischen Revolution nach Mähren gekommen. Christian D'Elvert besuchte das Gymnasium in Brünn und das Lyzeum in Olmütz. Dann widmete er sich juridischen-politischen Studien an den Universitäten Prag und Wien. 1823 schrieb er den Versuch einer Geschichte Brünns. 1827 erhielt er eine Konzepts-Praktikantenstelle bei Mährisch-Schlesischen Gubernium in Brünn. Man sah jedoch seine literarische Tätigkeit nur unwillig. D'Elvert veröffentlichte trotzdem verschiedene kleine Abhandlungen über Rechts-, Geschichts- und Wirtschaftsfragen. Ab dem Jahre 1836 war er zwei Jahre beim Kreisamt Iglau tätig.

Als er 1840 die "Geschichte des Buchdrucks" der Zensurbehörde vorlegte, wurde er ernsthaft verwarnt. Er arbeitete nun für sich und trat erst 1845 wieder mit einer Schrift an die Öffentlichkeit. Seit 1843 war er als Mommissär in Brünner Kreisamt tätig und wurde 1848 in den Mährischen Landtag gewählt. Im Jahre 1849 wurde er sogar vom Wahlkreis Pohrlitz in die Nationalversammlung nach Frankfurt entsandt. 1871 bis 1882 war er auch Abgeordneter im Österreichischen Reichsrat. Seit 1850 gehörte er jahrzehntelang dem Brünner Gemeindeausschuß an. Zweimal stand er als Bürgermeister an der Spitze der Stadt Brünn, nämlich in den Jahren 1861 bis 1864 und 1870 bis 1876. Auch war d'Elvert einer der leitenden Männer der Mährisch-Schlesischen Gesellschaft zur Förderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde. Seit 1851 war er Obmann der Historisch-Statistischen-Sektion. 1861 erhob der Kaiser d'Elvert in den Ritterstand und im Jahre 1884 wurde ihm auf dem Spielberg ein Denkmal für die Verdienste errichtet, die er sich um die Stadt Brünn erworben hatte. In den nächsten 10 Jahren leitete er das "Notizblatt" und schrieb für die Monatsblätter zahlreiche Aufsätze.

Christian D'Elvert verstarb am 11.Januar 1896.

Die mährische Geschichtsschreibung verdankt d'Elvert zahlreiche Werke. Seine vielen Veröffentlichungen brachten ihm den Ehrennamen des Begründers der Mährischen Kulturgeschichte ein. Sie behandeln fast alle Zweige des geistigen und wirtschaftlichen Lebens des Landes. Das Buch "Historische Literaturgeschichte von Mähren und Österreichisch-Schlesien" aus dem Jahre 1850 und die Geschichte der Stadt Iglau gehören zu seinen bedeutendsten Werken.

Als Bürgermeister hat sich d'Elvert um die Stadterweiterung und Stadtverschönerung bleibende Verdienste erworben. In die Zeit seiner Tätigkeiten fallen die Fortsetzung der Stadtregulierung, die Erbauung von Schulen, Waisenhäusern, einer Wasserleitung, eines Interimstheaters und vieles andere. Brünn verdankt ihm vor allem die Bepflanzung des Spielberges und die Anlage der Promenaden. Bis in die 90er Jahren hinein war er für Volk und Allgemeinheit tätig.

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